Batterie
Funktion und Aufbau
Die sogenannte „Autobatterie"/"Starterbatterie" ist technisch korrekt ein aufladbarer Akkumulator (Akku). Der vom Motor angetriebene Generator (die „Lichtmaschine") erzeugt Strom, welcher in der „Starterbatterie" gespeichert und dann auf die elektrischen Komponenten des Fahrzeugs verteilt wird. Bei stehendem Motor aber - oder bei niedriger Drehzahl – muss die Batterie mehr Strom für die Versorgung der Stromverbraucher liefern, als von der Lichtmaschine erzeugt wird. Sie wird dadurch entladen.
Starterbatterien bestehen aus genormten Zellen, die - je nach Anforderung - mit unterschiedlich vielen parallelgeschalteten Platten bzw. Metallgittern bestückt sind. Je höher die Kapazität oder die Kaltstartleistung einer Batterie sein soll, desto mehr Metallgitter aus höherwertigen Legierungen sind in ihr verbaut. Auch die chemische Zusammensetzung des Elektrolyten (Batteriesäure) variiert. Die unterschiedliche Bauart ist der Grund für den oft deutlichen Preisunterschied zwischen „einfachen" und „leistungsgesteigerten" Batterien derselben Größe.
Lebensdauer
Die Lebensdauer einer Batterie hängt von Stärke und Häufigkeit der Entlade-Lade-Zyklen, der Umgebungstemperatur und den Erschütterungen denen sie ausgesetzt ist ab. Fahrgewohnheiten, sowie Anzahl und Art der Verbraucher sind daher wichtige Parameter für die Wahl der richtigen Batterie.
Starter-Batterien müssen – im Gegensatz zu Versorgungs-Batterien - kurzzeitig hohe Verbrauchsspitzen abdecken. Sie sind – im Gegensatz zu Versorgungs-Batterien - nicht für Tiefentladungen geeignet. Von Tiefentladung spricht man bei Starter-Batterien bereits, wenn 20% der Kapazität verbraucht sind.
Die chemische Reaktion in einer Batterie ist temperaturabhängig. Während Hitze sie beschleunigt, wird sie durch Kälte verlangsamt. Viele Starter-Batterien erleiden im Sommer Defekte durch Überhitzung, die aber erst im Winter zu Tage treten, wenn die chemische Reaktion durch die Kälte herabgesetzt und die Leistung dadurch gemindert wird.
Auch starke Vibrationen schaden einer Starter-Batterien. Der beim chemischen Prozess entstehende Stoff (beim Blei-Säure-Akkumulator das Bleisulfat) sinkt zu Boden und kann bei Ladung der Batterie nicht mehr rückgewandelt werden. Ist der Bodensatz („Schlamm") so hoch geworden, dass er die Elektrodenplatten berührt, kommt es zu einem Kuzschluss innerhalb der Batterie.
Der Ladezustand einer Autobatterie ist in der Regel ausreichend, wenn das Fahrzeug mindestens einmal pro Woche durchgehend mehr als 20km in Betrieb ist. Häufige Kurzstreckenfahrten und lange Stehzeiten schaden der Batterie.
Ruhestrom
Neben den offensichtlichen Verbrauchern gibt es auch viele „heimliche Stromfresser" die bei abgestelltem Fahrzeug aktiv sind. Dazu zählen Bordcomputer, Diebstahlsicherung, Empfänger der Funkfernbedienung, usw. Sie müssen auch bei abgestelltem Motor mit Strom versorgt werden. Wenn ein Fahrzeug länger ungenutzt steht, kann die Batterie durch die dauernde (im Normalfall aber geringe) Stromentnahme entleert werden.
Selbstentladung
Die Stromspeicherung und -gewinnung basiert bei Autobatterien auf einer chemischen Reaktion zwischen Metallen, die in einem Elektrolyten (der Batteriesäure) gelagert sind. Theoretisch findet eine chemische Reaktion nur statt, wenn die Pole verbunden werden (der Stromkreis geschlossen wird).
Praktisch kommt die chemische Reaktion jedoch nie vollständig zum Erliegen und langen Stehzeiten verursachen dieselben Schäden, wie eine Tiefentladung.
Starthilfe
Starthilfe bei leerer Batterie ist durch die massive elektronische Ausstattung moderner Fahrzeuge keine Sache, die man unüberlegt angehen sollte. Durch falsche Arbeitsweise hervorgerufene Stromstöße und Spannungsspitzen können die Elektronik stark beschädigen.
Lesen Sie in jedem Fall die Bedienungsanleitung Ihres Wagens und verwenden Sie nur geprüfte, den gängigen Normen entsprechende Starthilfekabel, um teure Schäden zu vermeiden.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass
- sowohl beim Hilfe leistenden Fahrzeug, als auch beim fremd gestarteten Fahrzeug während den Vorbereitungen und des Startversuchs alle nicht benötigten Verbraucher abgedreht sind.
- der Motor des Hilfe leistenden Fahrzeug läuft, die Zündung des fremd gestarteten Fahrzeugs aber ausgeschalten ist.
- der Kontakt immer vom Hilfe leistenden Fahrzeug zum fremd gestarteten Fahrzeug herge-stellt wird. Dabei ist das schwarze Kabel (Minuspole / Massekontakte) als zweites Kabel zu verbinden aber als erstes Kabel zu lösen. Dadurch lassen sich Kurzschlüssen durch irrtümli-chen Massekontakt des roten Kabels verhindern. Hat Ihr Fahrzeug eigene Verbindungspunkte für Starthilfe, sollten dies unbedingt genutzt werden. Der Zigarettenanzünder ist (grundsätzlich) kein geeigneter Verbindungspunkt.
- vor dem ersten Startversuch die leere Batterie ein paar Minuten Zeit hat, über die Verbindung mit dem Hilfe leistenden Fahrzeug Kapazität aufzubauen.
- während des Startvorgangs weder beim Hilfe leistenden, noch beim fremd gestarteten Fahrzeug die Motordrehzahl in die Höhe getrieben wird. Das erzeugt Spannungspitzen, wel-che die Elektronik beschädigen können.
- nach erfolgreichem Startversuch beim fremd gestarteten Fahrzeug ein starker elektrischer Verbraucher (z.B. Licht) eingeschalten wird und beide Fahrzeuge mit laufenden Motoren noch einige Minuten über die Startkabel verbunden bleiben. Dadurch hat das elektrische System des fremd gestarteten Fahrzeugs Zeit hat, sich einzu-regeln.
